Rupert-Mayer-Haus  
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Die Herausforderung
13 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15 Jahren, Mädchen und Jungen aus stationärer und ambulanter Betreuung mit den unterschiedlichsten Hintergründen … verbringen zusammen zwei Tage und meistern gemeinsam eine Wegstrecke von ca 30 km…

Die Gemeinschaft
Und tatsächlich und ganz von alleine identifizieren sich alle in und mit UNSERER Pilgergruppe, Menschen mit der gleichen Idee, dem gleichen Ziel und ganz unterschiedlichen Motivationen.

Sie unterstützen sich gegenseitig, ärgern sich, machen sich Mut, tragen einander die Rücksäcke, sind gemeinsam überzeugt, keinen Schritt mehr weiter gehen zu können, singen und erfinden zusammen Lieder, erzählen sich Geschichten, hören zu, zünden Kerzen in den Kirchen an, streiten sich wer zuerst dran kommt, lachen wieder zusammen, freuen sich am leckeren Vesperbrot oder tauschen es aus, …ich…du…wir…

Die Wahrnehmung
Der Großteil der Strecke führt uns durch stille Wälder und über ruhige Feld- und Wiesenwege – Zeit und Raum, um mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wir riechen frisch gemähtes Heu und die Kühe auf der Weide (riechen Pferde anders als Kühe?), spüren die Wärme der Sonne und den kühlenden Regen, sehen strahlend blauen Himmel, Wolkenbilder und ganz viel Grün, hören Grillen zirpen und Glocken läuten – ganz nah, schmecken Walderdbeeren und auch ein leckeres Eis ;-) ...

Die Krise
Das Wetter schlägt um am zweiten Tag. Es beginnt zu regnen, Mittagszeit, alle werden hungrig und müde, der Weg zieht sich, schon ewig keine Pilgermuschel mehr gesehen, die Erkenntnis: wir sind auf dem falschen Weg!!!
Umdrehen? Weitergehen? Umweg gehen? Abkürzen? Quer durchs Oberholz und ziemlich schnell zurück zum Rupi! Ab vom richtigen Weg, schnell zum Ziel. So wollen wirs! Wirklich? Aufgeben? Den Jakobsweg verlassen? Den Weg nicht zu Ende bringen? Hin und hergerissen sein, die Stimmung wird gereizt, die Kleider werden nass …
Und dann steht die Entscheidung! Murren, motivieren. WIR suchen nach dem richtigen Weg, nach den Muscheln, im Regen, müde und hungrig.
Und wir FINDEN ihn! An einer Wegkreuzung war das Muschelzeichen nicht mehr da, deshalb sind wir falsch abgebogen – aber WIR haben trotzdem durchgehalten! Und gesucht. Und gefunden. Zehn Minuten später bricht die geschlossene Wolkendecke auf, die Sonne scheint wieder und der Regen hört auf – unser DIESJÄHRIGES Pilgerwunder. Und zum Glück gabs diese Krise!

Das Ankommen
Nacheinander treffen wir am Ziel ein, die einen etwas früher, die ganz Müden etwas später, aber wir kommen an! Verabschieden uns voneinander im Kreis bei Kaba und Keksen. Alle spüren in sich die unterschiedlichen Gefühle.
Die Aussagen eines 12-jährigen Jungen spiegeln diese ganz gut wider:
Während der Wegstrecke: „Nie wieder gehe ich da mit und laufe diesen langen Weg.” In der Abschlussrunde: „Also nächstes nächstes Jahr setze ich vielleicht aus, dann gehe ich wieder mit.”

Mal sehen, was er bei unserem Nachtreffen sagt und wie er sich entscheidet, wenn es nächsten September wieder heißt: „Wer hat Lust auf den Jakobsweg?”

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